Kongress Pflege 2017- Start ins neue Fortbildungsjahr

Veröffentlicht am: 21. Februar 2017

Der „Kongress Pflege 2017“ in Berlin gilt als eines der ersten Fortbildungshighlights des Jahres. „Der Kongress war auf jeden Fall eine Reise wert“, resümiert Angela Lent. Die Schul- und Bereichsleiterin der gfg Rostock reiste Ende Januar nach Berlin, um beim Jahresauftakt der professionellen Pflege dabei zu sein. Hier berichtet sie über ihre Eindrücke.

Pflege im Fokus
Dass die Pflege momentan im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, vermittelte schon der Veranstaltungsort in der Mitte von Berlin. Im Kongresshotel ging es neben aktuellen Pflegethemen auch um die Möglichkeiten des kollegialen Austausches. Zum ersten Mal im Rahmen dieses Kongresses wurde der Altenpflege ein eigenes Forum gestellt. Und damit noch einmal mehr Möglichkeiten zum intensiven Austausch unter den Teilnehmenden geschaffen.

„Keinen Austausch gab es leider gleich zu Beginn des Kongresses beim Auftritt der Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig“, bedauert Lent. „Eine Frage bezüglich der in ihrem Grußwort geäußerten Forderung nach einer Abschaffung des Schulgeldes in den sozialen Berufen wäre durchaus angebracht gewesen“.

Deutlich spiegelte sich die aktuelle Lage der Pflege auch in den Vorträgen und Workshops wieder. Zum einen wurden das Pflegestärkungsgesetz und der bereits zu Beginn des Jahres 2016 vom Kabinett beschlossene Entwurf zum Pflegeberufegesetz diskutiert. Zum anderen standen in diesem Jahr vor allem Themen zur Unternehmens- und Kommunikationskultur sowie zur Personalgewinnung und -bindung im Fokus der Veranstaltung.

Horch was kommt von drinnen raus
„Hoch was kommt von drinnen raus“, so ein Schlüsselsatz im Vortrag von Sprachkompetenztrainerin und Pflegecouch Sandra Mantz. Sie stellte eindrücklich dar, wie durch Sprache das Selbstbild einer Profession nach außen transportiert wird. Und wie wenig glücklich damit insbesondere in der Pflege umgegangen wird.

Mit ganz ähnlichen Bildern überzeugte Jürgen Bock, Leiter Kulturentwicklung eines großen Versandhauses. Zum Thema Unternehmenskultur gab er den Kongressteilnehmern mit auf den Weg, dass„…nur, was von innen her leuchtet, nach außen strahlen kann“.

Ist das noch Pflege oder kann das weg?
Zum Thema Pflegeberufegesetz fragte ein Vortragender sich und die Teilnehmer: „Ist das noch Pflege oder kann das weg?“.

Neuigkeiten zur geplanten Zusammenlegung der drei Pflegeberufe wurden auch auf dem Fachkongress nicht verkündet. Das Gesetz steckt nach wie vor in den parlamentarischen Mühlen fest. Angela Lent begegnete auf dem Kongress neben zahlreichen Skeptikern der Generalistischen Ausbildung auch ausgesprochenen Pro-Generalistik-Akteuren.

Die Befürworter sind sich darüber einig, dass es hinsichtlich der geplanten Struktur und Dauer der Ausbildung keine Kompromisse geben dürfe. Wenn die Altenpflege sich weiter sträube und den sozialpflegerischen Aspekt in den Vordergrund ihrer Tätigkeit rücke, stelle sich die Frage, ob die Altenpflege noch eine Berechtigung als Heilberuf haben werde. „Eine Sichtweise, die ich nicht teile. Es bleibt spannend, wohin die Reise der Altenpflege gehen wird“, sagt Lent.

Generation Y im positiven Licht
Zum Abschluss des zweiten Kongresstages rückte ein Vortrag des Deutschen Instituts für Marketing die Generation Y als missverstandene Generation in ein positives Licht.

Klar ist: die Gewinnung von und der Umgang mit jungen Mitarbeitenden trägt wesentlich zum Erfolg eines Unternehmens bei. Gleichzeitig berichten Leitungskräfte vermehrt über Konflikte und Unverständnis gegenüber einigen Einstellungen der Generation Y. Das Deutsche Institut für Marketing hat eine umfangreiche Studie hierzu durchgeführt, die vor allem bestehende Vorurteile der Bewerber von heute untersuchte.

Die Analyse zeige, dass bisherige Studien ein deutlich zu negatives Bild der Generation Y abbilden. Die Studienergebnisse und Tipps für einen konfliktfreien Arbeitsplatz können hier kostenlos eingesehen werden.

Lust auf Weiterbildung bekommen? Hier geht es zu den Angeboten des Weiterbildungszentrums gfg Rostock: Weiterbildungen in der Pflege und Inhouse Schulungen.

 

Copyright © Februar 2017 gfg Gesellschaft für Gesundheitsfachberufe gGmbH/ Verfasserinnen: A. Lent und P. Dehmel